Deutsche in Chile Deutsche in Chile Deutsche in Chile Deutsche in Chile
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Deutsche in Chile
Deutsche in Chile
Deutsche Auswanderer in Chile

Die hier vorgestellten Porträts zeigen verschiedene deutsche Immigranten in ihrer aktuellen Lebenswirklichkeit, in ihrem persönlichen oder beruflichen Umfeld.

Dazu gehören nicht nur ihre Familien und Lebenspartner, sondern auch posierende Dorfpolizisten, Mehl schleppende Angestellte, oder eben Pferde, Lamas und Schafe, wenn diese nur irgendwie von Bedeutung für das Leben der Immigranten sind.

Die präsentierten Auswanderer sind zum größten Teil in Deutschland geboren und aufgewachsen und haben ihre "alte" Heimat aus den unterschiedlichsten Gründen verlassen. In Chile haben viele nicht nur ein neues "Zuhause" gefunden, sondern auch so etwas wie ein "Heimatgefühl" für das südamerikanische Land entwickelt.

Der Begriff "Heimat" spielt bei dem vorgestellten Projekt eine zentrale Rolle. Die Auswanderer hatten Gelegenheit, ihre Gedanken zum Thema "Heimat" in einigen Sätzen zu äußern, die hier in Wort und Ton vorgestellt werden. Durch Anklicken des entsprechenden Symbols kann der Betrachter zwischen Lesen und Hören der Ausführungen zur gestellten Frage "Was ist Heimat?" wählen.

Durch die relativ spontanen Aussagen entstand dabei zumeist ein authentisches Stimmungsbild zu einem Thema, welches grade in Zeiten von Flexibilität und Globalisierung, in denen die Menschen verstärkt zu Migration neigen, große Aktualität genießt.

Generell spiegelt der Begriff Heimat die Beziehung zwischen Mensch und Raum wider. Dieser Raum muss jedoch nicht zwingend an einen konkreten Ort gebunden sein, sondern kann auch eine Projektionsfläche für Identifikation und Sehnsucht sein. Wie aus den Äußerungen der Befragten hervorgeht, sind es zumeist Erinnerungen an Kindheit und Jugend, die das Heimatgefühl prägen.

Gerüche aus der heimischen badischen Küche und Lieder aus vergangenen Tagen gehören ebenso dazu wie der Duft frisch geborener niederrheinischer Kälber, die zwar vermutlich auf der ganzen Welt ähnlich riechen, aber darum geht es bei der Begriffsbestimmung nun mal nicht. Da "Heimat" rational nicht eindeutig zu erklären ist, bestimmen hier Emotionen ein zumeist momentanes Stimmungsbild. Zu diesen Emotionen gehört bei einigen Auswanderern auch das Gefühl, nach Jahren in Chile den Kontakt zum Ursprungsland allmählich zu verlieren. Die Sehnsucht, das neue Zuhause auch als Heimat zu empfinden, wächst mit den Jahren im selbst gewählten Exil.

So beschreibt der 44-jährige Uli Baumann, der seit 2001 in Valparaiso lebt, liebt und arbeitet, ausführlich seine Sehnsucht nach einem "Transfer" seines Heimatgefühls an seinen neuen Lebensmittelpunkt. Er spricht vom Zusammenhang zwischen "Heimat" und "Wohlfühlen". "Heimat" kann also den Ort wechseln und beschreibt somit eher einen dynamischen Prozess als einen feststehenden Begriff.

Um es mit Cicero zu sagen: "Ubi bene, ibi patria." - "Wo es schön ist, da ist die Heimat."

Sowohl die Bilder als auch die Statements sind Momentaufnahmen. Die von mir in den Jahren 2005 und 2007 interviewten Immigranten waren sehr kooperativ und offen gegenüber einem Fremden, der zumeist unangekündigt in ihre Privatsphäre eingedrungen ist.

Mein Dank gilt vor allem den dargestellten Auswanderern, ohne deren Geduld und Mitarbeit dieses Projekt nicht realisiert worden wäre.

'Muchas Gracias' auch Herrn Carlos Medina von der Botschaft der Republik Chile in Berlin, in deren Räumlichkeiten die Bilder und Interviews im Rahmen einer Ausstellung vom 11.09.-13.10.2007 gezeigt wurden.

Bedanken möchte ich mich auch bei der VG BILD-KUNST in Bonn für ihre finanzielle Unterstützung, bei Dirk Praller für die textliche Hilfe, sowie bei Heike Lücke für die Realisierung der Onlinefassung.

Berlin, 11. September 2007
Marc-Steffen Unger
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